Die anlässlich der Abschlussveranstaltung des Projektes "Clusterinitiative Forst & Holz in Sachsen" gehaltenen Vorträge sowie der Abschlussbericht stehen hier zum Download bereit:
Dr. Denie Gerold, Projektleiter Clusterinitiative Forst & Holz:
Clusterinitiative Forst & Holz in Sachsen - Hauptergebnisse des Projektes >>
Henrik Thode, Projektbearbeiter Clusterinitiative Forst & Holz:
Arbeit in den Wertschöpfungsketten >>
Prof. Albrecht Bemmann, Institut für Internationale Forst- und Holzwirtschaft,
Dr. Steffen Tobisch, Institut für Holztechnologie Dresden (IHD):
Kompetenzzentrum Forst-Holz-Papier, Verbindung zwischen
Wissenschaft und Praxis >>
Dr. Frank Setzer, TSS Forstplanung:
Clustermanagement und andere Regionen - wie weiter? >>
Uwe André Kohler, Clustermanagement Forst und Holz Baden-Württemberg:
Erfahrungen der Clusterinitiativen Bayern und Baden-Württemberg >>
Abschlussbericht:
Endbericht des Projektes Clusterinitiative Forst & Holz in Sachsen >>
Aufarbeitung im Wald wird Monate dauern
Balance von stofflicher und energetischer Holznutzung gefordert
Im Freistaat Sachsen stocken derzeit auf ca. 522 000 ha Wald, aus denen jährlich ungefähr 2 Mio. Fm genutzt werden. Dem gegenuüber steht der Holzbedarf Sachsens von ca. 5,3 Mio. Rohholzäquivalenten. Folglich müssen große Mengenan Holz von außerhalb in die Region eingeführt werden, wie auch die nationalen undglobalen Holzströme belegen.
Dies sind zwei zentrale Erkenntnisse der seit zwei Jahren tätigen Clusterinitiative Forst & Holz Sachsen, deren wissenschaftliche und netzwerkefördernde Arbeit in dieser Form im Juni endet.
Eine ausführliche Zusammenfassung der Podiumsdiskussion lesen Sie hier >>
Der Preis für vorbildliche Waldbewirtschaftung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft wurde erstmals 2009 zum Schwerpunktthema „Anpassung des Waldes an den Klimawandel“ durch Staatsminister Frank Kupfer ausgelobt. Insgesamt gingen bei der Ausschreibung 19 Vorschläge ein. Ihre hohe Qualität machte dem Preisgremium aus je einem Vertreter des Sächsischen Waldbesitzerverbandes, der Arbeitsgemeinschaft Land- und Forstwirtschaftlicher Betriebe in Sachsen und Thüringen, des Staatsbetriebes Sachsenforst und des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft die endgültige Auswahl nicht gerade leicht. Kriterien der Auswahl waren der erfolgreich praktizierte Waldumbau, die Förderung von Naturverjüngung, eine hohe Baumartenvielfalt auf betrieblicher Ebene, sowie eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit und Waldpädagogik. Vorschlagsberechtigt waren Vereine, Verbände, Kreisforstbehörden und die betreuenden staatlichen Forstbetriebe.
Den ersten Preis und das ausgelobte Preisgeld von 4.000 Euro erhielt Dieter Hetze für die vorbildliche Bewirtschaftung seines 82 ha großen Privatwaldes in Neuhausen/Erzgebirge im Landkreis Mittelsachsen. Das Preisgeld will er seiner Heimatgemeinde für Gemeinwohlzwecke spenden. Der zweite Preis, dotiert mit 2.500 Euro, ging an Friedrich Karl von Eggeling, dessen 365 ha großer Privatwaldbetrieb in Horscha im Landkreis Görlitz liegt. Den dritte Preis mit 1.000 Euro erhielt die Stadt Mylau im Vogtlandkreis für eine herausragende Bewirtschaftung des 182 ha großen Kommunalwaldes.
Forstpolitisches Forum zum Thema zeigt Chancen der Walderschließung für Besitzer von Kommunal- und Privatwald
Die Wege außerhalb des sächsischen Staatswaldes besser zu erschließen, war das Thema des 6. Forstpolitischen Forums Anfang Dezember 2009 im Bischof-Benno-Haus in Schmochtitz. Rund 120 Teilnehmer informierten sich über die Chancen der Walderschließung aus Sicht von Wissenschaft und Praxis.
Staatsminister Frank Kupfer betonte in seiner Ansprache, dass die Stärkung des Clusters Forst und Holz vor dem Hintergrund der weiterhin steigenden Bedeutung des Rohstoffes Holz für ihn ein zentrales forstpolitisches Anliegen sei. Die Förderung der Walderschließung sei für ihn daher eine wesentliche Grundvoraussetzung.
Auch Michael Bockting, Leiter der Abteilung Naturschutz, Wald und Forstwirtschaft im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) zeigte sich davon überzeugt, dass die Veranstaltung richtige Impulse zur Verstetigung der Walderschließung und damit zur vorbildlichen Waldbewirtschaftung in allen Waldbesitzarten leisten würde. Gerade für die Schaffung von Arbeitsplätzen und Einkommen im ländlichen Raum sei die Waldbewirtschaftung und die sachgemäße Erschließung von besonderer Bedeutung.
Für Anregung zum Nachdenken sorgten zwei Vorträge über die Frage der rechtlichen Stellung von Waldwegen mit Konsequenzen für die Förderbarkeit und Realisierbarkeit der Wegeerhaltung und des -ausbaus sowie ein Vortrag zur Waldflurbereinigung als Instrument zur Verbesserung der Eigentumsstruktur und damit der Erschließbarkeit der Flächen.
Am 25.09.2009 wurde in Berthelsdorf bei Herrnhut durch die Gesellschafter der Bioenergie Oberlausitz GmbH und Biogas Berthelsdorf GmbH & Co. KG die neue Biogasanlage eröffnet.
Die Begrüßung der Gäste durch den Betreiber der Anlage - Herrn Helmfried Dienel - fand im Berthelsdorfer Schloss statt. Dr. Hartmut Schwarze (SMUL) übermittelte das Grußwort des Staatsministers Frank Kupfer und stellte die Besonderheit der Berthelsdorfer Biogasanlage vor, die vor allem im regionalen Ansatz und in der effektiven Nutzung der Abwärme liegt. Diese Art der Vernetzung sowie einer Kraft – Wärme - Kopplung ist ein beispielgebender Baustein, die Ziele des Klimaaktionsprogrammes in Sachsen zu erreichen. Zudem hob Dr. Schwarze die Eigeninitiative der Region hervor. Dies schaffe neben den acht Arbeitsplätzen auch weitere Gewinnmöglichkeiten und Zukunftsoptimismus für die Region. Auch zukünftig wird Energie die Grundlage der Volkswirtschaft sein.
Anschließend erläuterte Dr. Denie Gerold die Entwicklung des Projekts, die entstandenen Netzwerkstrukturen sowie Probleme und Hindernisse bei der Finanzierung und anfängliche Widerstände gegen die energetische Nutzung von Biomasse. Dr. Robert Franke vom Industriellen Netzwerk Erneuerbare Energien Sachsen (EESA) sprach über die Vorteile der Netzwerkbildung. Über die ZIM-Netzwerke (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand) kann die Management- und Organisationsleistung innerhalb der Netzwerke gefördert werden, wobei der Zugang zu Fördermitteln deutlich erleichtert wird.
Im Anschluss führte Herr Dienel durch die neu errichtete Biogasanlage. Die Anlage (Trockenvergärung) wird hauptsächlich von den Landwirten der Umgebung mit Mais- oder Grassilage beliefert. Die Betriebstemperatur wird durch die Verbrennung von Holzhackschnitzel aus Kurzumtriebsplantagen des Biomassehofes Oberlausitz garantiert. Das entstandene Gas wird in einem Blockheizkraftwerk verbrannt. Von dort erfolgt die Einspeisung des Stroms in das Netzwerk der ENSO, die Abwärme wird über ein Nahwärmenetz zur Beheizung von Wohn- und Büroräumen sowie einer Gärtnerei genutzt. Über den Rücklauf wird die Restwärme zum Trocknen von Scheitholz und Holzhackschnitzel des Biomassehofs eingesetzt so vollständig verbraucht. Die Anlage erzeugt jährlich Energie von ca. 4,0 Mio kWh Strom und ca. 3,9 Mio kWh Wärme, was einer Einsparung von 3.149 t CO2-Emissionen eines herkömmlichen Kohlekraftwerkes entspricht.
Das Ingenieurbüro Naumann & Stahr in Leipzig ist auf die Planung von energiesparenden Häusern sowie die Sanierung bereits bestehender Gebäude auf Passivhausstandard spezialisiert. Die Passivhäuser werden dabei aus ökologischen Baustoffen hergestellt und leisten somit einen großen Beitrag zur Reduzierung von Emissionen. Durch die Nutzung von Solaranlagen und der Abwärme von Elektrogeräten und der im Haus lebenden Menschen kann der Energiebedarf der Häuser minimiert werden.
Eine Besonderheit gegenüber anderen Holzbau- und Passivhaussystemen ist der Einsatz eines Holzbausystems mit speziellen Doppel-T-Holzschalungsträgern, welches den Bau von bis zu 5 Vollgeschossen ermöglicht. Diese normalerweise aus Beton zum Einsatz kommenden Bauteile zeichnen sich durch hohe statische und formstabile Eigenschaften aus.
Zurzeit werden die Doppel-T-Träger von einer österreichischen Firma gefertigt, die dessen Produktion jedoch in ca. 10 Monaten einstellen wird. Aus diesem Grund suchen die Inhaber des Ingenieurbüros Sägewerke aus der Region Oberlausitz, die die Herstellung dieser Träger und weiterer Bauteile in Zukunft übernehmen können.
Mittelfristiges Ziel ist der Aufbau lokaler Wertschöpfungsketten mit Unternehmen des Holzbaues aus der Region, um den Bau von Passivhäusern in Sachsen voranzutreiben. Auf dieser Grundlage fand unter dem Schirm der Clusterinitiative Forst & Holz Sachsen am 31.07.2009 ein „Runder Tisch“ in Groß Radisch statt, an dem das Ingenieurbüro Naumann & Stahr sowie interessierte Sägewerke aus der Region Oberlausitz zusammen kamen um über Grundsätzlichkeiten der Herstellung dieser Bauteile diskutierten. Dabei wurden erste Kontakte für eine mögliche zukünftige Kooperation geknüpft.
